Das tech2people Therapiezentrum ist ein privates ambulantes Neurorehabilitationszentrum, das 2017 gegründet wurde. Die Einrichtung befindet sich im Wiener Stadtteil Seestadt und behandelt neurologische Erkrankungen mit einem interprofessionellen Ansatz. Das Zentrum verbindet konventionelle Physiotherapie und Ergotherapie mit robotergestützten und sensorunterstützten Systemen.
Rehabilitationsschwerpunkte und Programme
Die Klinik behandelt ein gezieltes Spektrum neurologischer Erkrankungen und mobilitätsbezogener Beschwerden:
- Multiple Sklerose
- Rehabilitation nach einem Schlaganfall
- Querschnittslähmung und Rückenmarksverletzungen
- Morbus Parkinson
- Schädel-Hirn-Trauma (SHT)
- Infantile Zerebralparese (ICP)
Ein besonderes Angebot ist das Programm Neuro Intensive Weeks. Dieses modulare Programm dauert mindestens 2 Wochen und umfasst 3–6 Therapieeinheiten pro Tag. Häufige Wiederholungen und gezieltes Training fördern die Neuroplastizität – die Fähigkeit des Gehirns, neue neuronale Verbindungen zu bilden. Ein interdisziplinäres Team erstellt und überprüft jeden Therapieplan entsprechend den individuellen Mobilitätszielen.
Die pädiatrische Abteilung behandelt Kinder ab einem Alter von 2 Jahren. Fachkräfte wenden angepasste physiotherapeutische und ergotherapeutische Methoden bei infantiler Zerebralparese und anderen motorischen Entwicklungsstörungen an. Die Behandlungspläne konzentrieren sich darauf, funktionelle Bewegungen zu fördern und die Selbstständigkeit zu stärken.
Für Patientinnen und Patienten mit Rückenmarksverletzungen bietet das Zentrum eine wissenschaftliche Beratung an. Dazu gehört die Prüfung von Optionen wie der transkutanen Rückenmarksstimulation. Bei dieser nicht-invasiven Methode werden elektrische Impulse eingesetzt, um die motorische Funktion in unterbrochenen Nervenbahnen zu verbessern.
Moderne Robotik und Sensortechnologie
Das Zentrum setzt robotergestützte Systeme ein, um Bewegungsabläufe zu wiederholen und zu verfeinern, wenn konventionelle Methoden nicht ausreichen. Diese Technologien liefern Echtzeitdaten, sodass Therapeutinnen und Therapeuten Fortschritte messen und die Parameter während jeder Sitzung anpassen können.
Systeme für Gang und Mobilität
- Lokomat Pro – Ein robotergestütztes Gangtrainingssystem mit Gewichtsentlastung und Laufband für funktionelles Gehtraining.
- EksoNR – Ein robotisch-bionisches Exoskelett mit Elektromotoren, das Patientinnen und Patienten dabei unterstützt, aktiv zu stehen und zu gehen.
- Rysen – Ein 3D-Körpergewichtsentlastungssystem für uneingeschränktes Gangtraining in einer sicheren Umgebung.
- OmegoPlus – Ein System für „PRE-GAIT“-Übungen, bei denen die Beinmuskulatur vor dem Stehen oder Gehen aktiviert wird.
Rehabilitation der oberen Extremitäten und funktionelle Erholung
- Amadeo – Ein Gerät für die Rehabilitation von Hand und Fingern in allen Phasen der Genesung.
- Diego – Ein System für die Therapie von Arm und Schulter mit intelligenter Schwerkraftkompensation.
- RT 300 – Ein System, das Elektroden einsetzt, um die Muskelfunktion in Armen, Beinen und Rumpf zu stimulieren.
- Pablo and Tymo – Sensorbasierte Plattformen für Aktivitäten des täglichen Lebens, Rumpfstabilität und Gleichgewichtskoordination.
Medizinische Leitung und Team
Das medizinische Team wird von Dr. Peter Lackner geleitet, einem außerordentlichen Professor und Spezialisten für neurologische Rehabilitation mit 30 Jahren Erfahrung. Leitender Therapeut Rupert Kluhs-Preißler ist auf Gesundheitstechnologie und Physiotherapie spezialisiert. Die Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten sowie Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten des Teams werden kontinuierlich in robotergestützter Rehabilitation geschult.
Internationale Patientenservices
Die modularen Intensivprogramme des Zentrums eignen sich für internationale Patientinnen und Patienten, die für eine kurzfristige Therapie mit hoher Frequenz nach Wien reisen. Das Personal bietet Unterstützung in mehreren Sprachen:
- Englisch
- Deutsch
- Französisch
- Niederländisch
- Kroatisch
- Hindi, Bengali und Tibetisch
Zum Aufnahmeprozess gehört ein 60-minütiges Assessment zur Erfassung der Krankengeschichte und Festlegung der Therapieziele. Patientinnen und Patienten können Termine über ein Online-Tool buchen. Für eine robotergestützte Gangtherapie verlangt die Klinik vor Behandlungsbeginn eine Messung der Knochendichte. Außerdem ist psychosoziale Beratung verfügbar, um Patientinnen und Patienten sowie Angehörige dabei zu unterstützen, sich während der Genesung auf neue Alltagsabläufe einzustellen.